Kommentar

Mutiges Konzept

Dass die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse in den nächsten drei Jahren an 50 Standorten ihre Filialen zusammenlegen, ist mutig und zukunftsweisend.

Schließlich lasten Null- und Negativzinsen auf ihnen – wie auf der gesamten Branche. Damit lässt sich nur schwer Geld verdienen. Ohnehin gibt es hierzulande zu viele Banken und zu viele Filialen. Durch die Digitalisierung wird der Druck immer größer. Und damit auch der Nutzen teurer Filialen – obwohl Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse noch an die Ableger glauben. Aber auch dann nicht mehr, wenn es in kleineren Orten eine Filiale beider Institute gibt, die möglicherweise sogar nebeneinander liegen.

Der Wettbewerb soll weiter bestehen. Computersysteme der Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse sind strikt getrennt. Man nutzt aber gemeinsam Räume, teilt sich die Miete und die Rechnungen für Strom, Wasser und Heizung und für die Reinigung. Das ist allemal besser, als Filialen in kleinen Orten dicht zu machen.

Das Konzept könnte Vorbildcharakter haben. Aber klar ist auch: Fusionen zwischen Sparkassen und Volksbanken bleiben sehr unwahrscheinlich. Die Konsolidierung wird sich innerhalb der Gruppen vollziehen. Die Anzahl der Sparkassen und Volksbanken wird schrumpfen. Kleinere Institute werden auf Dauer kaum eine Chance haben. Daran ändert auch der mutige Schritt der hessischen Institute wenig.

Zum Thema