Kommentar

Nach der Abreibung

Archivartikel

Alexander Müller zur Situation bei Eintracht Frankfurt

Wer nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Chelsea in die erschöpften Gesichter der Frankfurter Profis blickte, konnte das Desaster von Leverkusen bereits vorausahnen. Die Eintracht hat in dieser grandiosen Saison permanent am und über dem Limit gespielt, sie hat „überperformed“, wie es Vorstandschef Fredi Bobic neudeutsch bezeichnete. Kurz vor der Ziellinie gehen den Hessen, die Adi Hütters laufintensiven und strapaziösen Fußball-Ansatz ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen haben, sichtbar die Kräfte aus. 47 Pflichtspiele haben ihre Spuren hinterlassen.

Die Frage wird sein, wie schnell die Frankfurter die üble Abreibung unter dem Bayer-Kreuz abschütteln können und ob die SGE in den verbleibenden drei oder vier Partien zumindest noch einmal so viel Energie mobilisieren kann, um zumindest das Abrutschen aus den Europa-League-Plätzen in der Bundesliga zu verhindern. Dazu würde ein Sieg im Rhein-Main-Duell gegen den FSV Mainz 05 am Sonntag genügen, bevor zum Saisonfinale die beschwerliche Reise nach München ansteht.

Für das Rückspiel an der Londoner Stamford Bridge gegen die mit Weltklasse gespickte Auswahl des FC Chelsea am Donnerstag bleibt den Hessen allerdings nur das Prinzip Hoffnung. Sollten Eden Hazard & Co. die Aufgabe ernst nehmen – wovon auszugehen ist – benötigt die Eintracht in ihrer aktuellen Verfassung ein mittleres Fußball-Wunder, um den sensationellen Einzug ins Finale von Baku zu schaffen.

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