Kommentar

Nächster Coup schon im Blick

Jürgen Berger zum Super-Bowl-Triumph der New England Patriots

Es war diesmal kein furioses Offensiv-Spektakel mit Tom Brady als schillerndem Anführer. Der Super Bowl mutierte zu einer zähen Abwehrschlacht, die größtenteils nur eingefleischte Defensiv-Liebhaber begeistern konnte. Der Star-Quarterback der New England Patriots machte im Duell mit den Los Angeles Rams ungewöhnlich viele Fehler – und stand am Ende trotzdem wieder einmal ganz oben. Obwohl sein Passempfänger Julian Edelman zum wertvollsten Spieler gekrönt wurde, gehörte dem mittlerweile 41-jährigen American-Football-Helden das Rampenlicht. Sechs Mal hat Brady nun den NFL-Thron bestiegen. Das hat vor ihm noch niemand geschafft.

Dass die lebende Legende diesen Triumph feiern durfte, liegt auch an Trainer Bill Belichick, der gemeinsam mit seinem Spielmacher seit 18 Jahren ein konstantes Gewinner-Team auf die Beine stellt. Da der kantige Belichick dabei im Streben nach Erfolg mehrmals die Grenzen des Fairplay überschritten und damit für Skandale gesorgt hat, ist das Team aus der Nähe von Boston in den USA nicht sonderlich beliebt. Doch in Atlanta setzte sich eindeutig die Klasse des Trainerurgesteins durch. Der 66-Jährige war seinem gerade einmal halb so alten Rams-Gegenüber Sean McVay in Sachen Coaching weit überlegen.

Maximale Ziele

Auch die Nervenstärke im Endspurt einer Saison, in der die Patriots mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten und lange nicht der Topfavorit auf den Titel waren, verdient Respekt. Und während nach der Finalniederlage vor einem Jahr gegen die Philadelphia Eagles über einen anstehenden Rücktritt von Brady und Belichick diskutiert wurde, besteht jetzt kein Zweifel daran, dass das Duo eine weitere Rekordjagd in Angriff nehmen wird. Die nächste Bestmarke ist zu nah.

Aktuell haben die Patriots mit den legendären Pittsburgh Steelers gleichgezogen, beide Teams haben jeweils sechs Super-Bowl-Siege auf dem Konto. Mit dem nächsten Coup wäre New England alleiniger Rekordhalter.

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