Kommentar

Natürliche Grenzen

Archivartikel

Alexander Müller zur Auslandsstrategie der Bundesliga

An den in der vergangenen Saison eingeführten Montagabend-Spielen in der Bundesliga hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mächtig die Finger verbrannt – der Bedarf an neuem Ärger mit den Fans ist offenbar vorerst gedeckt. DFL-Chef Christian Seifert will aus guten Gründen nicht dem Vorbild der Spanier nacheifern und Partien im Ausland austragen lassen, auch beim Spielplan soll das Ende der viel kritisierten Aufsplittung erreicht sein.

Es ist zu begrüßen, dass sich bei den Liga-Bossen die Einsicht durchsetzt, dass in Sachen Kommerzialisierung der Bogen zuletzt überspannt wurde. Die Bundesliga tut gut daran, sich wieder auf ihre ureigenen Stärken wie Fannähe, faire Eintrittspreise und die tolle Atmosphäre in den Stadien zu besinnen, statt in einen sinnlosen Überbietungs-Wettbewerb mit der britischen Premier League oder der spanischen La Liga einzutreten, den sie nicht gewinnen kann.

Wenn man ehrlich ist, ist Seiferts Absage an ein Auslandsspiel aber auch ein Eingeständnis, dass die Auslandsstrategie der deutschen Eliteklasse ihre natürlichen Wachstumsgrenzen erreicht hat. In den USA mit ihrer großen aus Lateinamerika stammenden Bevölkerungsgruppe verkauft sich eine Top-Partie aus Spanien immer viel besser als ein Bundesliga-Spiel, die Märkte in Afrika und Asien (außer China) hat die Premier League schon vor Jahren weitgehend abgegrast. Und die meisten weltweit zugkräftigen großen Stars spielen auch nicht hierzulande.

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