Kommentar

Nebel am Wildpark

Archivartikel

Alexander Müller zur Schwartz-Entlassung beim KSC

Es sind illustre, große Namen, die in der 2. Liga ums sportliche Überleben kämpfen: Hannover, Dresden, Bochum, Nürnberg – und der Karlsruher SC. Bei den Badenern ist am Montag Trainer Alois Schwartz Opfer eines beängstigenden sportlichen Negativtrends geworden. Vier Niederlagen in Folge, Abstiegsplatz 17, desolate Auftritte mit löchriger Abwehr und harmloser Offensive – da gehen jedem Fußballlehrer die Argumente aus.

Doch die offenkundige Panik, mit der die Verantwortlichen am Wildpark Schwartz das Vertrauen entzogen, spricht ebenfalls dafür, dass die kühnen Zukunftspläne beim KSC ein wenig den Blick auf die sportliche Realität vernebelt haben. Auch wenn die Karlsruher bald ein schmuckes neues Stadion haben und von der Rückkehr in die Bundesliga träumen: Als Aufsteiger aus der 3. Liga ist der Abstiegskampf eine Etage darüber grundsätzlich Normalität, auch kleinere Durststrecken muss man einkalkulieren und aushalten können. Schwartz hatte aber trotz seiner erfolgreichen Aufbauarbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren sehr schnell keinen Kredit mehr.

Das hängt auch damit zusammen, dass ein erneuter Abstieg für den KSC wirtschaftlich eine mittlere Katastrophe darstellen würde. Das mit der Stadt Karlsruhe geschlossene Finanzierungsmodell des Stadionumbaus basiert darauf, dass die Badener für den neuen Wildpark mindestens die üblichen Einnahmen eines Zweitligisten benötigen.