Kommentar

Neu erfinden

Wenn Unternehmen verschmelzen, schrillen die Alarmglocken: Verwaltungen, IT- und Logistikabteilungen werden zusammengelegt. Man braucht nicht lange um den heißen Brei herumzureden: Die Fusion von Karstadt und Kaufhof wird Arbeitsplätze kosten, und zwar nicht zu knapp. Tausende sollen deutschlandweit auf dem Spiel stehen. Düstere Aussichten für Beschäftigte. Selbst wenn es nicht zum Abbau in diesem Ausmaß kommt, dürften im Zuge der weiteren Sanierung deutlich schlechtere Konditionen auf die Mitarbeiter zukommen.

Letztlich ist jene Zukunft dem Siegeszug von Amazon, Zalando und anderen geschuldet. Gegen den Internethandel im großen Stil wirkt das traditionelle Warenhauskonzept altbacken und überholt. Es wird die Aufgabe der Konzernführung sein, daran etwas zu ändern. Neue Geschäftsideen für die Filialen, ein neues Konzept für den Internethandel. Die Zusammenlegung bietet hier Chancen. Bessere Konditionen im Einkauf oder bei Logistikpartnern machen die neuen Ketten konkurrenzfähiger. Die schmerzhaften Einsparungen können in das Produktsortiment investiert werden.

Dass René Benko seine Finger im Spiel hat, könnte auch ein gutes Zeichen sein. Seit der Karstadt-Konzern dem österreichischen Investor gehört, geht es bergauf. Vielleicht kann er das deutsche Warenhaus neu erfinden und ihm wieder eine Zukunft geben.

 
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