Kommentar

Neuanfang mit Beigeschmack

Hans-Jürgen Emmerich zum Rückkauf des Wasserturms

Nach Jahren des Stillstands kommt nun endlich wieder Bewegung in das Denkmal Wasserturm in Ladenburg. Die Stadt hat sich offenbar dazu entschlossen, das markante Bauwerk zurückzukaufen und selbst zu sanieren – oder sanieren zu lassen.

Jahrelang hat der Käufer versucht, ein tragbares Konzept für die Nutzung des Wasserturms zu finden. Dass es dabei immer wieder Reibereien und Unstimmigkeiten mit der Stadt gab, ist unverkennbar. Das Bauwerk könnte längst saniert sein. Stattdessen ist es heute noch immer in keinem guten Zustand. Dass es die Stadt jetzt wieder zurücknimmt, ist deshalb im Grunde ein gutes Zeichen.

So reizvoll der Gedanke auch sein mag, den Wasserturm zu einer allerfeinsten Wohnadresse zu machen, mit Blick auf den Neckar: Dieses Denkmal gehört den Ladenburgern. Es hat sie jahrzehntelang mit Wasser versorgt und prägt bis heute das Stadtbild. Deshalb müssen die Ladenburger auch künftig Zugang zu ihrem Wasserturm haben, in welcher Form auch immer.

Offenbar gibt es bereits konkrete Ideen. So scheint ein bürgerschaftliches Engagement für die Pflege denkbar. Doch offiziell werden noch keine Details genannt. „Wir kommentieren Gerüchte nicht“, lässt Bürgermeister Stefan Schmutz knapp verlauten. Dabei fand der Notartermin in seinem eigenen Rathaus statt. Damit bekommt ein hoffnungsvoller Neuanfang einen faden Beigeschmack.

 
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