Kommentar

Neue Chancen für alle

Finn Mayer-Kuckuk zur Entwicklung der Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung ist im Corona-Quartal noch etwas stärker abgestürzt als befürchtet. Angesichts der aktuell steigenden Infektionszahlen machen Geschäftsleute sich daher große Sorgen: Es ist nicht gelungen, die Infektionsherde ganz zu ersticken; die Katastrophe wird sich also hinziehen, bis im kommenden Jahr die ersten Impfstoffe auf den Markt kommen. Wer in den vergangenen Monaten gerade so eben durchgehalten hat, muss nun befürchten, an der schieren Dauer der Krise zu scheitern.

Doch die zweite Welle wird nicht noch einmal wie ein Tsunami auf die Wirtschaft niedergehen. Inzwischen ist viel genauer bekannt, unter welchen Umständen das Virus sich verbreitet. Ein neuer Katalog von Maßnahmen würde viel gezielter vorgehen und das Leben dadurch weniger unterbrechen – Deutschland ist so gut auf Covid-19 eingestellt, wie ein Land es nur sein kann.

Bis jetzt verläuft die Wirtschaftsentwicklung trotz des unerwartet tiefen Absturzes im Großen und Ganzen entlang der Prognosen von Ökonomen. Für 2021 rechnen sie schon wieder mit einem Wachstum von mehr als sechs Prozent. Das hilft denen nur wenig, die jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Doch Deutschland ist in guter wirtschaftlicher Verfassung in die Krise hineingegangen. Es wird sie, wie jede Krise, hinter sich lassen. Dann entstehen neue Chancen – für alle.