Kommentar

Neue Realität

Archivartikel

Jürgen Berger zieht eine Bilanz der Transferperiode

Der ruhmreiche FC Barcelona, der es sich lange Jahre sogar leisten konnte, ohne Trikotsponsor aufzulaufen, hat gerade ein Corona-Minus von 97 Millionen Euro verkündet. Bayern München befürchtet einen Einnahme-Verlust von 100 Millionen Euro – trotz der üppigen Finanzspritze durch den Champions-League-Triumph. Das ist die neue Realität beim Hochadel des europäischen Club-Fußballs, wenn man einmal den oligarchisch-gestützten FC Chelsea außen vor lässt. In der Bundesliga gaben fünf Vereine – darunter die TSG Hoffenheim – sogar keine Ablösesummen aus.

Aktuell ist kluges, kreatives Wirtschaften das oberste Gebot. Spektakuläre Transfers blieben deshalb die absolute Ausnahme – Ratenzahlungen bei Ablösen und Leihgeschäfte bestimmen den gegenwärtigen Trend.

Vor diesem Hintergrund hat der oft kritisierte Bayern-Vorstand Hasan Salihamidzic seinen Job gemacht und Trainer Hansi Flick mit den vier Last-Minute-Verpflichtungen die Wünsche so gut wie möglich erfüllt. Natürlich wäre Hoffenheims Andrej Kramaric als Ersatz für Robert Lewandowski sportlich die 1a-Lösung gewesen, doch auch die Münchner müssen den Gürtel nun einmal enger schnallen.

Unter dem Strich haben die Münchner ihren Kader mit Eric Maxim Choupo-Moting, Douglas Costa, Bouna Sarr und Marc Roca für verhältnismäßig wenig Geld in der Breite verstärkt – und genau das war das Ziel. Dass die Verpflichtungen erst spät auf der Zielgeraden realisiert werden konnten, verdeutlicht die sehr schwierige Situation auf dem Markt.

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