Kommentar

Neue Struktur, neues Denken

Archivartikel

Frank Schumann zu den Perspektiven bei der EnBW

Als Vorstandschef Frank Mastiaux Ende 2012 seinen Job bei der Energie Baden-Württemberg (EnBW) antrat, übernahm er einen der schwersten Posten, den die Branche damals zu vergeben hatte. Der Atomausstieg und die von Kohlekraftwerken geprägte Stromerzeugung lasteten wie Blei auf der Bilanz, lange trugen Berichte über Jahres- und Quartalszahlen Überschriften wie „Keine Besserung in Sicht“ oder „Wachsender Druck auf EnBW“. Doch diese Zeiten sind fürs Erste vorbei. Mastiaux stellte den Aktionären gestern für die kommenden Jahre Milliardengewinne in Aussicht.

Der ehemalige Eon-Manager hat mit viel Beharrlichkeit – und einem Stellenabbau – den Wandel bei EnBW herbeigeführt und dem Konzern nicht nur neue Strukturen, sondern auch ein modernes Denken verordnet. So sieht der Energieversorger eines seiner künftigen Standbeine in der Infrastruktur für Elektromobilität, während der Abschied aus der Stromerzeugung mit Kohle eingeläutet ist und der Bestand an Windparks wächst. Damit stimmt die Perspektive, selbst wenn die aktuellen Gewinne vorwiegend aus Verkäufen und Steuerrückerstattungen resultieren. Die Fortschritte von Mastiaux beim EnBW-Umbau stellen in der Energiebranche etliche Konkurrenten in den Schatten.

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