Kommentar

Neuer Mut

Jürgen Berger zur Situation von Angelique Kerber

 

Schon beim Hopman Cup war Angelique Kerber anzumerken, dass die Freude am Tennis und damit auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder zurück ist. Der Trainerwechsel von Torben Beltz zu Wim Fissette hat der früheren Weltranglisten-Ersten nach ihrem Leistungsabsturz neuen Mut gegeben.

Die zweifache Grand-Slam-Siegerin aus Kiel war dem Druck als Nummer eins nicht gewachsen, vor allem mental offenbarte die 29-Jährige im enttäuschenden Jahr 2017 große Probleme. Kerber geriet in einen Strudel der Enttäuschungen, aus dem sie ihr so lange funktionierendes sportliches Umfeld nicht mehr herausziehen konnte.

Der Belgier Fissette, der bereits Kim Clijsters, Victoria Asarenka und Simona Halep erfolgreich betreute, hat seinem neuen Schützling ein aggressiveres Angriffsspiel verordnet – und die austrainierter wirkende Kerber nimmt die Veränderungen an.

Bis zum Saisonende will sich die Norddeutsche für die WTA-Weltmeisterschaft in Singapur qualifizieren. Das ist mit Blick auf ihr Potenzial ein absolut realistisches Ziel. Helfen wird bei ihrem Neustart sicherlich auch, dass sich in Deutschland nicht mehr alle Augen auf sie richten. Denn die Rolle als Topspielerin hat inzwischen Julia Görges übernommen.

Zum Thema