Kommentar

Neuer Schwung nötig

Peter W. Ragge zur Werbung für die „City of Music“

War da was? Richtig! Schon seit Ende 2014 darf Mannheim den Titel „Unesco City of Music“ tragen, nahm die Kulturorganisation der Vereinten Nationen die Quadratestadt in das weltweite Netzwerk der „Creative Cities“, also kreativer Städte, auf. Nur gemerkt hat es seither kaum jemand – weder hier noch anderswo.

Dabei jubelte die Stadtspitze zusammen mit zahlreichen Künstlern damals höchst euphorisch, und Oberbürgermeister Peter Kurz schwärmte: „Ein stärkeres Label als Unesco ist kaum vorstellbar, es signalisiert internationale Bedeutung.“

Nun hat dieses Label reine Symbolwirkung – es ist ein Titel ohne Mittel, sprich ohne Zuschüsse oder spezielle Förderung. Und wir Mannheimer wissen ohnehin, dass wir von der prägenden Kraft der „Mannheimer Schule“ auf die klassische Musik über die wichtige Rolle unserer Stadt im Leben Richard Wagners sowie den großen Einfluss auf den deutschen Jazz bis hin zur Gründung von Popakademie oder Musikpark auch ohne Titel eine „City of Music“ sind.

Aber wenn man diesen Titel in einem harten Wettbewerb schon mal gewonnen hat, muss man auch etwas daraus machen, ihn vermarkten, ihn propagieren, dann davon profitieren. Doch daran hat es bisher gefehlt. Die Musikhochschule druckte das Logo auf ihren Briefbogen, der Begriff tauchte mal da und dort auf, es gab ein paar Konzerte – das war es dann auch.

Gut, dass in das Thema nun neuer Schwung kommt. Das Stadtfest, wo ohnehin viel Musik erklingt, ist ein guter Anlass, weil er viel Breitenwirkung verspricht. Aber danach muss noch viel mehr kommen.

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