Kommentar

Nicht der ideale Weg

Archivartikel

 

Viele kommunale Gebäude aus den 60er und 70er Jahren sind in die Jahre gekommen. Es bröckelt, zudem stimmt oftmals der Zuschnitt nicht mehr. Das ist andernorts so, und es trifft genauso auf Mannheim zu. Seit Jahren arbeitet die Stadt hier den Sanierungsstau an den Schulen ab, sie baut ein neues Technisches Rathaus, ersetzt jetzt die alten Betriebshöfe. Dass Mannheim überhaupt in der Lage ist, solche gewaltigen Investitionen zu leisten, ist ein positiver Aspekt.

Wobei das auf den zweiten Blick nur eingeschränkt gilt: Technisches Rathaus, das neue Marchivum, die beiden Betriebshöfe: All das bezahlt die Stadt ja gar nicht direkt, sie lässt ihre eigenen Tochtergesellschaften für sich bauen und stottert die Kosten dann als Miete über mehrere Jahrzehnte ab. Sicher, das ist immer noch besser, als sich noch tiefer bei den Banken zu verschulden. Der ideale Weg ist es allerdings auch nicht.

Denn die Miete bleibt natürlich wie bei einem Kredit als dauerhafte Belastung und schränkt künftige Möglichkeiten der Stadt ein. Trotz Rekordeinnahmen in Mannheim scheint es keine andere Möglichkeit zu geben, den Sanierungsstau langsam aufzulösen. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen mag sich verbessert haben, der teils maroden Infrastruktur ist sie nicht gewachsen. Und dabei hat Mannheim zum Glück gar kein Megaprojekt wie Ludwigshafen mit seiner bröckelnden Hochstraße.