Kommentar

Nicht einfach abtun!

Wer den ausführlichen Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) über die Beinahe-Kollision zweier Flugzeuge vor Mannheim liest, kann eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Die gefährliche Annäherung zwischen der Rhein-Neckar-Air-Maschine und dem Sportflugzeug hätte verhindert werden können.

Zunächst schätzte der Radarlotse in Mannheim die Situation offensichtlich falsch ein, dann korrigierte er sich doch noch, aber seine Warnung blieb anscheinend ungehört. Zudem befanden sich beide Flugzeuge in einem Luftraum, in dem die Piloten selbst in der Verantwortung stehen und laut BFU Gefahren selbst „sehen und verhindern“ sollen, was aber im vorliegenden Fall erst in allerletzter Sekunde geschehen ist.

Das alles sollte den Verantwortlichen des City Airports und der Fluggesellschaft Rhein-Neckar Air schon etwas zu denken geben. Schließlich waren die Flugzeuge nur gut 200 Meter auseinander, und ein Zusammenstoß hätte in einer Katastrophe geendet. Der Verkehrsflieger hatte bei seinem Anflug auf Mannheim 28 Passagiere an Bord, von denen womöglich niemand überlebt hätte.

Natürlich sollte man sich mit Vorverurteilungen zurückhalten. Aber die jetzt bekanntgewordene Beinahe-Kollision ist in Deutschland zum Glück so selten, dass sie ein genaues Hinschauen aller Beteiligten erfordert. Mit einem schnellen Abtun des Vorfalls tut sich Mannheim keinen Gefallen.

 
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