Kommentar

Nicht mogeln, Herr Löbel!

Archivartikel

Steffen Mack zur Schulnote für den CDU-Abgeordneten

Hand aufs Herz: Wer hat früher nie in der Schule abgeschrieben, mal ein bisschen geflunkert oder sonstwo im Leben ein wenig geschummelt? Der möge jetzt eine Hand heben und sich mit der anderen selbst gratulieren. Für alle anderen gilt: willkommen im Club! Allerdings sollten da für uns Mitglieder drei goldene Regeln gelten. Es darf nichts Gravierendes sein, niemandem schaden, und erwischen lässt man sich besser nicht. Das führt zu Nikolas Löbel. Was den letzten Punkt angeht, hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete blamiert.

Die Plattform Abgeordnetenwatch vergab gerade Schulnoten für Parlamentarier, was die Beantwortung von Fragen angeht. Darauf bat der „MM“ die Mannheimer in Berlin um eine Stellungnahme. Löbel schrieb, er könne die Note Drei für ihn nicht nachvollziehen. Er habe der Plattform doch alle vier von ihr übermittelten Fragen beantwortet. Das wären 100 Prozent, demnach hätte er eine Eins verdient.

Ein Anruf bei Abgeordnetenwatch bringt Klarheit. Bis zum Stichtag (24. Juli) hatte Löbel erst drei von vier Fragen beantwortet. Also 75 Prozent, Note drei. Erst nach der „MM“-Anfrage schob er noch schnell die vierte Antwort nach und gab sich arglos.

Man muss das nicht überbewerten. Es gibt weit Wichtigeres als das Frage/Antwort-System dieser Plattform und ihre jährliche Notenvergabe. Aber, lieber Nikolas Löbel, für dumm verkaufen sollte man andere nicht. Und kommt sowas raus, steht man selbst ein bisschen dumm da.

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