Kommentar

Nicht überraschend

Peter W. Ragge zur Situation des Fernmeldeturms

Gerade hat die Stadtspitze wieder den Bürgermeister der Partnerstadt Toulon, der zur Eröffnung des Französischen Markts kam, im Fernmeldeturm empfangen. Gerne führt die Stadt hierher hochrangige Gäste. Man ist also sehr stolz auf diesen ganz besonderen Ort, auf die herrliche Aussicht und das ungewöhnliche Ambiente in luftiger Höhe von Mannheims höchstem Gebäude.

Es war eine große Attraktion zur Bundesgartenschau 1975 – und wäre das sicherlich erneut 2023. Schließlich hat man von hier den besten Blick auf das andere geplante Gartenschau-Areal in und an der Feudenheimer Au. Aber dazu muss man eben etwas tun und jetzt Geld in die Hand nehmen. Der Stuttgarter Fernsehturm war aus Brandschutzgründen knapp drei Jahre geschlossen. Der Turm in Schwerin ist dicht, auch der in Nürnberg, für den ebenso geschlossenen Turm Dresden gibt es seit einem Bundeszuschuss neue Hoffnung und beim „Tele-Michel“ in Hamburg peilt man eine Wiedereröffnung 2023 an.

Überraschend kommt das also alles nicht. Überraschend ist höchstens, dass die Stadtpark-Gesellschaft und die Stadt davon überrascht werden. Doch beim großen „Parkentwicklungskonzept“ wie beim Buga-Investitionsplan hat man das Thema entweder vergessen oder völlig verdrängt. Aber viele Betonbauten aus den 1970er Jahren, bei denen man lange die Bauunterhaltung vernachlässigte, sind jetzt eben „fällig“ – Schulen, Brücken, Feuerwachen und der Turm.

Zum Thema