Kommentar

Nicht übertreiben

Peter W. Ragge zu den Plänen für das neue Kulissenlager

Lagerhallen – gibt es die nicht von der Stange, in Fertigbauweise, schnell und kostengünstig? Ja, das gibt es.

Allerdings ist es beim Nationaltheater nicht mit einer einfachen Stahl- oder Betonkonstruktion getan. Schließlich liebt das Mannheimer Theaterpublikum viele schöne, alte, klassische Inszenierungen, und das große Repertoire des Hauses ist eine seiner Stärken. Doch wie die Kulissen dafür bisher untergebracht sind, ist schon ärmlich, ja peinlich und verursacht obendrein seit Jahren ständig Mehrkosten für Fahrten und Reparaturen.

Jetzt ein neues Zentrallager zu bauen, ist sicher richtig, sogar überfällig. Aber braucht man dafür wirklich gleich einen europaweiten Architektenwettbewerb? Sicher – die Stadt will auch bei Zweckbauten mit gutem Beispiel vorangehen. Da das neue Zentrallager viele Menschen sehen werden, die mit dem ICE oder den anderen dort verkehrenden Zügen vorbeifahren, soll er ein ansprechendes Äußeres bekommen. Auch das ist nachvollziehbar. Doch hätte sich das nicht auch anders erreichen lassen? Angesichts der Kosten sowie der Zeitverzögerung, die ein solcher Wettbewerb verursacht, kann man nur – in Mannheimer Dialekt – sagen: „In de Hosse bleiwe!“ Oder, auf Hochdeutsch: Nicht übertreiben!

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