Kommentar

Nicht zu ersetzen

Der olympische Siber-Coup hat dem deutschen Eishockey völlig zurecht internationale Aufmerksamkeit beschert, zwei Clubs aus der Deutschen Eishockey Liga müssen jetzt dafür aber bluten. Der deutsche Meister aus München hatte bereits Supertalent Dominik Kahun an die NHL verloren, nun folgt mit Brooks Macek der zweite Nationalspieler. Und die Nürnberg Ice Tigers müssen Yasin Ehliz zu den Calgary Flames ziehen lassen!

Fest steht: Diese Profis sind für die Clubs nicht zu ersetzen, da der deutsche Spielermarkt zu diesem relativ späten Zeitpunkt der Transferphase so gut wie leergefegt ist. Es gibt ganz einfach keine Stürmer mit deutschem Pass, die verfügbar wären. Um den Abgang von Spielern der Klasse eines Kahun, Macek oder Ehliz zu kompensieren, müssen die Vereine eine Ausländerlizenz opfern.

Obwohl Nürnberg nur einen Spieler verloren hat, trifft es die Franken ungleich härter als die Münchner. Zum einen war Ehliz mit Leo Pföderl das Gesicht des Nürnberger Eishockeys, zum anderen kann der Titelverteidiger aus einem ganz anderen Pool schöpfen. Mit dem Geld von Hauptsponsor Red Bull lassen sich ausländische Hochkaräter nach Bayern locken, zudem verfügen die Münchner mit ihrer Nachwuchsakademie in Liefering über eine Einrichtung, die regelmäßig erfolgshungrige Talente in die DEL spült. Die Qualität eines Kahun oder Macek haben sie zwar noch nicht, in den vergangenen Jahren ist es Erfolgstrainer Don Jackson aber gelungen, sie in den top besetzten Kader einzubauen, in dem sie an der Seite der Routiniers reifen konnten.

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