Kommentar

Nichts überstürzen

Archivartikel

Bertram Bähr zu den Plänen der Stadt am Carl-Benz-Bad

Was passiert mit den Bädern im Nordosten der Stadt? Bis diese Frage beantwortet ist, wird noch viel Wasser in die Becken plätschern. Eine mögliche Variante ist der Neubau eines Hallentrakts am Carl-Benz-Bad. An dessen nördliche Grenze schließt sich ein kleines Gebiet an, das durch seine vielen Bäume fast schon waldähnlichen Charakter hat. Das dort beheimatete Mutter-Kind-Heim zieht weg. Dadurch entsteht Platz, der eventuell für das ins Auge gefasste Hallenbad sinnvoll genutzt werden könnte. Die Stadt hat aber ganz andere Pläne. Sie möchte das Gelände vermarkten und Wohnungen errichten. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar: Das Terrain zwischen Altbebauung und Wald ist ein Filetstück und würde viel Geld einbringen – das dann für andere Zwecke genutzt werden könnte. So gibt es einen handfesten Interessenkonflikt. Aber um die anstehende Diskussion auf einer fundierten Grundlage führen zu können, muss klar sein, was mit den Bädern passiert. Solange das nicht der Fall ist, sollte die Stadt ihre Pläne verschieben und nichts überstürzen.