Kommentar

Noch einmal genau hinsehen

Das ist schon einigermaßen verwunderlich: Bei weitgehend gleichen Voraussetzungen sinken Stickoxid-Messwerte „driwwe“ an der Heinigstraße, „hiwwe“ am Ring steigen sie dagegen an. Schlüssige Erklärungen für dieses Phänomen gibt es bislang nicht. Sollten in Ludwigshafen tatsächlich die erst vor wenigen Wochen eingeleiteten Verkehrslenkungen einen so durchschlagenden Erfolg bringen? Und könnte die Verlagerung des Schulbus-Haltepunkts in U 2 ausreichen, dass Mannheim unter die kritische Stickoxid-Grenze rutscht?

Sollte sich dies bewahrheiten, hieße das auch, die Standorte der Luftmessgeräte andernorts in Frage zu stellen. Zum Beispiel in der Neckarauer Straße: Dort ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Kundenparkplatz eines großen Einkaufszentrums. Mit viel An- und Abfahrtsverkehr, möglicherweise auch mit nicht wenigen, mit laufendem Motor wartenden Fahrzeugen. Von der durchaus auch mit Dieselloks befahrenen Rheintalbahnstrecke einen Block weiter gar nicht zu reden.

Die Frage lautet also: Was messen die Geräte nun tatsächlich? Nur Stickoxide aus dem Autoauspuff? Die Experten müssen offensichtlich jetzt doch noch einmal genau hinsehen.

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