Kommentar

Noch viel Nachholbedarf

Archivartikel

Christian Rotter zur deutschen U 20 bei der WM in Tschechien

Nach dem 4:3-Sieg gegen Tschechien im zweiten Gruppenspiel durften die deutschen Eishockey-Junioren bei der U-20-WM auf das Viertelfinale hoffen. Die Realität sieht nach zwei weiteren Partien anders aus: Nach dem 1:4 gegen Kanada und dem 1:6 gegen Russland geht es im weiteren Turnierverlauf nicht um Medaillen – sondern um das nackte Überleben. In der Abstiegsrelegation müssen zwei Siege gegen Kasachstan her, um in der Eliteklasse zu bleiben.

Dass Deutschland die spielerische Klasse hat, um sich gegen die Osteuropäer durchzusetzen, steht außer Frage. Die Jungs von Bundestrainer Tobias Abstreiter stehen nun aber vor allem vor einer mentalen Herausforderung. Bislang spielte der Aufsteiger als Außenseiter, um etwas zu gewinnen. Nun geht es darum, nicht alles zu verlieren.

Schon jetzt hat die U-20-WM in Tschechien gezeigt, dass das DEB-Team noch weit davon entfernt ist, die großen Nationen mehr als nur zu ärgern. Klar, mit Moritz Seider, Tim Stützle, John-Jason Peterka und Lukas Reichel hat Deutschland einige Ausnahmetalente in seinen Reihen, die Konkurrenz kann aber aus einem viel größeren Reservoir schöpfen. Insofern bleibt die Erkenntnis, dass die Nachwuchsarbeit und die Trainerausbildung weiter intensiviert werden müssen.