Kommentar

Noch viele offene Fragen

Timo Schmidhuber fordert eine Analyse der Folgen

Weniger Platz für Autos, stattdessen mehr für Menschen zum Bummeln und Kaffee trinken: Die Reduzierung des Pkw-Verkehrs in den Innenstädten ist gleich aus mehreren Gründen ein drängendes Thema. Es geht darum, Innenstädte als Wohnbereiche aufzuwerten, den Schadstoffgehalt in der Luft zu senken und die Läden durch ein attraktives Umfeld gegen die Online-Konkurrenz zu stärken. In Mannheim hätte die jüngst von der CDU wieder ins Spiel gebrachte Ausweitung der Fußgängerzone großen Rückhalt bei den Menschen, wie das Bürgerbarometer zeigt. Beim Plan einer langfristig komplett autofreien Innenstadt, wie sie die Grünen wollen, sind die Befragten zwar etwas zurückhaltender. Es gibt aber dennoch eine knappe Mehrheit dafür.

Stadtverwaltung und Politik müssen das jetzt aufgreifen. Im Gemeinderat gibt es eine Mehrheit zumindest für eine teilweise Ausweitung der Fußgängerzone auf Fressgasse und Kunststraße. Es sind allerdings noch viele offene Fragen zu klären, sowohl beim Ausweitungsvorschlag und vor allem bei der Idee einer komplett autofreien City. Könnten die Ringstraßen den Verkehr überhaupt bewältigen, der nicht mehr in die Quadrate fährt? Wie verträgt sich das alles mit dem ebenfalls geplanten Projekt, den Kaiserring zum Boulevard mit weniger Fahrspuren umzubauen? Sind die Überlegungen in Mannheim vor dem Hintergrund der großen Probleme mit den Ludwigshafener Hochstraßen überhaupt umsetzbar? Wie lässt sich verhindern, dass die teilweise oder komplette Sperrung der Innenstadt die für den Handel so wichtigen Kunden von außerhalb möglicherweise abschreckt? All das müssen Experten jetzt möglichst schnell untersuchen.

Zum Thema