Kommentar

Notbremse gezogen

Archivartikel

Thomas Schrott zum Sinneswandel von Peter Uebel

Der Kehrtwende von Peter Uebel kommt nicht überraschend. Nach dem für ihn enttäuschenden Ergebnis am Sonntag sah der CDU-Oberbürgermeisterkandidat seine Erfolgschancen in der Stichwahl schwinden. Acht Prozentpunkte hinter der SPD-Kontrahentin Jutta Steinruck - das war viel mehr als gedacht. Uebel, der den Beschluss zur Umbenennung der Rheinallee im Stadtrat begründet hatte, hat die Notbremse gezogen. Er will nicht länger in der Kritik der vielen Bürger stehen, die die Umwidmung ablehnen. Ob es aber dadurch zum Sieg reicht, ist fraglich. Es bleibt abzuwarten, wie glaubwürdig die Bürger den Sinneswandel unmittelbar nach dem ersten Wahlgang einstufen oder ob sie ihn als taktisches Manöver sehen, weil die breiten Proteste schon vor dem Wahlsonntag bekannt waren. Steinruck hingegen hatte schon vor Wochen gefordert, den Beschluss des Stadtrats zu revidieren.

Ein solcher Schritt ist unumgänglich angesichts der massiven Anwohner-Kritik und vor allem nach der völlig indiskutablen Vorgehensweise. Bürger und Ortsbeirat vor einer Stadtratsentscheidung einfach zu übergehen - schlimmer geht es kaum.

Nun gibt es in der Stadt sicherlich viel wichtigere Probleme als die Umbenennung der Rheinallee. Gravierend ist das Thema aber schon. Denn hier zeigt sich exemplarisch, wie sehr die Parteien vor durchaus bedeutsamen Entscheidungen die Bürger ernst nehmen. Da ist einiges wiedergutzumachen.

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