Kommentar

Martin Geiger zu den Regeln für die Fleischwirtschaft

Nur der erste Schritt

Archivartikel

Die Bundesregierung darf mit großer Zustimmung rechnen bei ihrem Vorhaben, in der Fleischindustrie kräftig aufzuräumen, wie es Arbeitsminister Hubertus Heil ausgedrückt hat. Schließlich haben die Corona-Ausbrüche bei einigen Großbetrieben ein Schlaglicht auf die oftmals unzumutbaren Bedingungen dort geworfen, die Fachleute schon länger kritisieren. Wer jedoch denkt, mit dem neuen Gesetz würden nun alle Missstände behoben, der irrt. Denn die Regelungen zielen hauptsächlich auf den Schutz der Beschäftigten. Die vielerorts ebenfalls beklagenswerten Zustände für die Tiere werden damit nicht verbessert.

So weit die schlechte Nachricht. Die gute jedoch lautet: Wir Verbraucher haben ein mächtiges Instrument in der Hand, um auch bei diesem Punkt Verbesserungen durchzusetzen. Wenn wir beim Einkauf an der Wurst- und Fleischtheke nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Lebens- und Haltungsbedingungen der Tiere – Stichwort Biofleisch –, werden die Hersteller mittelfristig zum Umdenken gezwungen. Und dieses ist ebenso notwendig wie der bessere Schutz der Beschäftigten.

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