Kommentar

Nur ein Anfang

Archivartikel

Frank Schumann zum Werben um Fachkräfte aus dem Ausland

Als größte Gefahr für künftiges Wachstum sieht die deutsche Wirtschaft mit großem Abstand den Mangel an Fachkräften. Egal ob Handwerk, technische Berufe, IT, Gesundheit oder Pflege – der Arbeitsmarkt ist leer gefegt. Und das schadet nicht nur den Unternehmen, sondern auf lange Sicht auch der Gesellschaft. Zum Beispiel, weil die Zahl der Erwerbstätigen durch den demografischen Wandel sinkt und den Sozialversicherungskassen die Beitragszahler abhandenkommen – während immer mehr Menschen Leistungen in Anspruch nehmen. Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, Ausländer mit einer Berufsausbildung nach Deutschland einzuladen. Dass die Bundesregierung dem jahrelangen Drängen der Wirtschaft jetzt nachgibt und sich auf Grundzüge für die Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt geeinigt hat, ist eine gute Nachricht.

Die Vorschläge, die nun auf dem Tisch liegen, können aber nur ein Anfang sein. Immer wieder weisen Wirtschaftsverbände darauf hin, dass zuviel Bürokratie und quälend lange Anerkennungsverfahren die Unternehmen ausbremsen. Das schönste Zuwanderungskonzept nützt nichts, wenn es in Amtsstuben verschleppt wird. Und beim Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern muss die Bundesregierung ebenfalls Farbe bekennen. Etliche Unternehmen haben viel Zeit und Geld in die Ausbildung von Flüchtlingen investiert – bevor diese dann doch abgeschoben wurden. Auch hier braucht die Wirtschaft endlich Verlässlichkeit.

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