Kommentar

Nur ein Anfang

Archivartikel

Es ist sicherlich höchste Zeit, dass die Schulen beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur endlich vorankommen. Im jahrelangen Gezerre um das Fünf-Milliarden-Sonderprogramm des Bundes ist vor Ort manches Projekt auf die lange Bank geraten, weil man das Geld aus Berlin mitnehmen wollte. In Baden-Württemberg hat das Hin und Her zusätzlich dazu geführt, dass die zwischen Land und Kommunen vereinbarten Multimediarichtlinien in den Schubladen verschwunden sind.

Nach dieser unerquicklichen Vorgeschichte ist es fast verwunderlich, dass man im Südwesten einen fairen Verteilungsmechanismus gefunden hat. Die Kommunen erhalten ausreichend Spielraum, weil sie die Zuschüsse entsprechend den Schülern erhalten und sie zweieinhalb Jahre Zeit für ihre Anträge haben. Vor Ort kann damit entschieden werden, wie viel Geld in welche Schule investiert wird. In der Praxis wird es ja so sein, dass in manchen Gymnasien schon eine gute Ausstattung vorhanden ist, in mancher Grundschule aber noch nichts. Ein Nachteil droht höchstens Gemeinden, die nur eine Schule haben und diese gerade top ausgestattet haben. Aber die Grenzen des Programms sind so breit gezogen, dass in den allermeisten Fällen noch sinnvolle Investitionen möglich sind.

Über den Erfolg der Digitalisierung entscheidet am Ende die Bereitschaft der Lehrer, sich auf neue Unterrichtsformen einzulassen und sich dafür entsprechend fortzubilden. Das betrifft nicht nur die Informatiklehrer. Die digitalen Medien verschaffen auch in anderen Fächern neue pädagogische Möglichkeiten. Dass im Land gerade in dieser Übergangszeit das ganze Fortbildungssystem umorganisiert wird und deshalb in den Instituten viele Stellen nicht besetzt sind, könnte sich noch zum großen Problem auswachsen.

Der Digitalpakt des Bundes ist nur eine Initialzündung für die Erschließung der Zukunftstechnologie an den Schulen. Dauerhaft stemmen müssen die Aufgabe die Schulträger. Das wird sie noch viel Geld kosten.

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