Kommentar

Nur gemeinsam

Archivartikel

Detlef Drewes über die ambitionierten Klimaziele der EU

Es ist nicht hilfreich, bei den Bemühungen um einen ambitionierten Klimaschutz Umwelt- und Industriepolitik gegeneinander auszuspielen. Deswegen kann eine derart wichtige Herausforderung für die Zukunft wie die Säuberung der Autoabgase von Kohlendioxid auch nur dann gelöst werden, wenn allen Argumenten zugehört wird.

Dass auf Dauer der Elektro-Antrieb im Konzert Abgas-neutraler Motoren eine wichtige Rolle spielen wird, steht außer Frage. Aber wer einen überwiegenden Teil der Fahrzeuge durch Autos, die an der Steckdose „tanken“, ersetzen will, darf die Augen nicht vor dem Problem verschließen, woher die zusätzliche Elektrizität kommen soll. Ambitionierte Grenzwerte für die Autos von morgen sind nötig. Die Erfahrung hat zu oft gezeigt, dass die Hersteller ohne den Druck des Gesetzgebers viel zu langsam und auch zu wenig effizient an neuen Motortechniken arbeiten.

Aber dennoch müssen die gesteckten Ziele erreichbar sein. Weil sie sonst zwar das Gewissen beruhigen, aber in der Realität nicht sicherstellen, was sie bloß auf dem Papier suggerieren. Dass den Autobauern nur noch wenige über den Weg trauen, stimmt sicherlich. Der Diesel-Skandal, dubiose Messmethoden der Schadstoffe und viele Versuche, ehrgeizige Lösungen für umweltfreundliche Autos zu blockieren, haben das Vertrauen in die Branche schwinden lassen. Dennoch braucht die Politik die Wirtschaft – als Partner für ihre Klimaschutz-Bemühungen.