Kommentar

Nur Verlierer

Michael Fürst zum Ende im „Fecht-Rechtsstreit“

 

Die Mischung aus Provinz-Posse und Kriminalfall hat nun plötzlich ein völlig unerwartetes Ende genommen: Ein gekündigter Fecht-Trainer aus Tauberbischofsheim und der Landessportverband (LSV) haben sich in einem medial stark beachteten Arbeitsgerichtsprozess doch noch auf einen Vergleich geeinigt. Der Trainer wollte das eigentlich nie. Warum diese Übereinkunft nun doch zustande kam und auf welcher Basis die Streitparteien nun doch noch auf einen Nenner kamen – darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist allerdings, dass dieser monatelange Rechtsstreit am Ende nur Verlierer hervorgebracht hat.

Der Trainer: Er hat seine angestrebte vollständige Rehabilitation nicht erreicht. Zudem wird er nie mehr im Tauberbischofsheimer Zentrum als Fecht-Coach arbeiten können.

Der Landessportverband: Dessen fristlose Kündigung des Trainers wurde in erster Instanz für nichtig erklärt. Das war eine herbe Niederlage für den neuen Träger des Fechtzentrums. Deshalb ging er in Berufung. In nächster Instanz reichte es jetzt nur zu einem „Unentschieden“. Insgesamt ist der LSV damit in seiner Position im Zentrum geschwächt.

Das Fechtzentrum Tauberbischofsheim: Es ist der größte Verlierer. In all den Monaten des Justizverfahrens wurde deutlich, dass dort persönliche Eitelkeiten, undurchsichtige Zuständigkeiten, persönliche Animositäten und Machtkämpfe die nötigen Erfolge in den vergangenen Jahren mit verhindert haben.

Der durch diesen Prozess entstandene Schaden wird die Aussicht auf künftige Medaillen schon alleine deshalb weiter schmälern, weil sich der Vertrauensverlust bei den Eltern nicht von heute auf morgen wiederherstellen lässt. Eine sexuelle Belästigungen steht weiter – zumindest in den Köpfen – im Raum. Aufgeklärt ist nämlich nichts.

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