Kommentar

Passende Wahl

Archivartikel

Jürgen Berger zur Trainersuche der TSG Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim hat lange gesucht, um ihren Wunschkandidaten zu finden. Mit Sebastian Hoeneß haben die Kraichgauer jetzt aber einen Trainer gefunden, der perfekt zur Clubphilosophie passt. Der 38-Jährige steht für einen offensiven Ballbesitzfußball gepaart mit defensiver Konsequenz – und der Sohn von Dieter Hoeneß hat beim FC Bayern im vergangenen halben Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass bei ihm Talente einen großen Sprung nach vorne machen können.

Genau diese Eigenschaft des Spieler-Bessermachers ist für die TSG von essenzieller Bedeutung – und war bei der Suche nach einem Nachfolger von Alfred Schleuder ein enorm wichtiger Aspekt. Der Europa-League-Starter verfügt über einige Toptalente wie etwa Stürmer Maxi Beier, die in der nächsten Saison den Durchbruch im Profibereich schaffen sollen – oder wie Dennis Geiger oder Diadie Samassekou nach einem schwierigen Jahr wieder durchstarten wollen.

Gleichwohl ist die Entscheidung für Hoeneß mutig. Der frühere TSG-Spieler verfügt erst über ein Jahr Erfahrung im Männerbereich und muss jetzt sofort eine Planung mit der Mehrbelastung durch die Europa League meistern. Das ist für beide Parteien ein gewaltiges Risiko und eine riesige Chance zugleich.

Hoeneß hat in der 3. Liga nach einem durchwachsenen Start bewiesen, wie schnell er lernen und sein Konzept anpassen kann. Gegenwind spornt ihn an. Das Vertrauen der TSG-Verantwortlichen in ihren neuen Hoffnungsträger ist daher groß. Sie sind davon überzeugt, wie damals bei Julian Nagelsmann, den richtigen Mann verpflichtet zu haben. Für sie zählt nach dem misslungenen Experiment mit Schreuder weniger die Erfahrung, sondern die Innovation.

Dass der neue Trainer einen bekannten Nachnamen hat, sorgt zudem für einen positiven Nebeneffekt. Das Medieninteresse an den Kraichgauern, die trotz einer sportlich erfolgreichen Spielzeit in der öffentlichen Bundesliga-Wahrnehmung nach dem Abschied von Nagelsmann nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben, wird wieder steigen.

Die Hoffnung in Hoffenheim ist groß, wieder ein richtig spannender Club zu werden.