Kommentar

Patentrezept fehlt

Archivartikel

Peter Reinhardt zum Ergebnis der Museumsstudie

Auf den ersten Blick ist der Ruf nach freiem Eintritt in alle Museen populär. Die Befürworter schwärmen von steigenden Besucherzahlen und Menschen, die vorher nicht in Kunstausstellungen zu sehen waren. Das passt zum Ansatz der grün geführten Landesregierung, die sich die umfassende Teilhabe der ganzen Gesellschaft an den kulturellen Errungenschaften ins Wünscheheft geschrieben hat.

Nun zeigt die neue Studie, dass die Wirklichkeit doch viel komplizierter ist, dass freier Eintritt alleine vielleicht ein vorübergehendes Strohfeuer auslöst. Um dauerhaft junge und bildungsferne Schichten in die Museen zu bringen, müssen sich die Verantwortlichen mehr einfallen lassen. Da gehören aufsehenerregende Aktionen und Sonderausstellungen dazu sowie Mitmachangebote. Museen für Kunst und Geschichte können durch den Verzicht auf Eintritt zusätzliche Besucher anlocken. Aber der Mitnahmeeffekt ist ganz sicher riesig.

Die Frage ist, ob der Steuerzahler für alle Bürger, die sich die Tickets problemlos leisten können, einspringen soll. Da gibt es sicher dringlichere Aufgaben, gerade im Bildungswesen. Ermäßigungen für Jugendliche, eventuell auch Kostenfreiheit, stehen auf einem anderen Blatt. Anders als wahrscheinlich erhofft, bringt die Studie eher Argumente gegen den Verzicht auf Eintritt. Auch die staatlichen Museen müssen selbst kreativ werden, um mit interessanten Konzepten mehr Besucher anzulocken.

 
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