Kommentar

Peinliche Panne

Detlef Drewes über die IT-Probleme der EU-Kommission

 

Es ist eine Blamage. Dass die Techniker der Europäischen Kommission es nicht schaffen, eine Bewerbungs-Webseite für ein Internet-Projekt störungsfrei zu installieren, kann man nur als peinliche Panne bezeichnen. Dabei geht es gar nicht so sehr um den kleinen Fehler, der zu einem falschen Zeitstempel der eingehenden Bewerbungen für WiFi4EU führte. Viel gravierender erscheint die Tatsache, dass ausgerechnet die Behörde, die die Datenschutz-Grundverordnung erfand, nun Zweifel daran hat, ob nicht auch Informationen kopiert wurden und deshalb missbräuchlich verwendet werden könnten. Wer so viel von Cybersecurity und Datenschutz redet, muss hinnehmen, dass an ihn besonders hohe Ansprüche gestellt werden.

Diese hat die Kommission nicht erfüllen können – auch wenn es wenig Sinn macht, für diesen Fehler das Juncker-Team anzugreifen. Die Versäumnisse entstanden auf technischer Ebene bei den beauftragten Unternehmen. Das kann jedoch nicht beruhigen. Die europäische Verwaltung fordert und sammelt so viele sensible Daten, dass ein funktionsfähiger Schutz auf höchstem Niveau unverzichtbar ist. Denn auf den Rechnern dieses Hauses und seiner Behörden liegen unter anderem Förderanträge oder Angaben zu Forschungsvorhaben. Eine solche Panne ist deswegen nicht nur peinlich, sondern auch riskant.

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