Kommentar

Politisches Totalversagen

Archivartikel

Beim Ausbau von Windkraftanlagen an Land herrscht beinahe komplette Flaute – ein in mehrfacher Hinsicht beschämender Zustand. Ursprünglich sollten Windräder einen Pfeiler der Energiewende bilden. Die Technologie ist simpel, ungefährlich und erzeugt an den geeigneten Standorten verlässlich Strom. Einfacher ist die Reduzierung von Kohlendioxid (CO2) zum Klimaschutz nicht zu haben. Die Bundesregierung hat die Vorgaben für den Bau von Windkraftanlagen allerdings den Ländern überlassen und es gleichzeitig versäumt, den Projekten bei Planungs- und Einspruchsverfahren Vorrang einzuräumen. Hinzu kam ein missglücktes Ausschreibungsmodell. Alles zusammen hat den Ausbau von Windkraftanlagen abgewürgt.

Zum umwelt- und klimapolitischen Totalversagen kommt der wirtschaftliche Schaden. Statt die deutsche Industrie in einer absoluten Zukunftstechnologie international zum Vorreiter zu machen, ist Windkraft eine vom Aussterben bedrohte Branche. Das zeigt ganz aktuell das Beispiel von Senvion. Der norddeutsche Anlagenbauer rutschte in die Pleite und wird von der Konkurrenz zerfleddert. Was auf der Strecke bleibt, sind Know-how und hunderte Arbeitsplätze in Deutschland.

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