Kommentar

Prinzipien des Unterhauses

Archivartikel

Alexander Müller zu den Überraschungen in der 2. Liga

Wer vom vorhersehbaren Geschehen in der Bundesliga verständlicherweise angeödet ist, für den gibt es seit dieser Saison eine naheliegende und immer noch vergleichsweise hochwertige Alternative. Die 2. Liga beeindruckt regelmäßig mit Torfestivals, Stimmungshöhepunkten wie dem Kölner Auswärtsspiel in Sandhausen – und sensationellen Ergebnissen, die in die Rubrik „Kannste Dir nicht ausdenken“ fallen.

Vor einer Woche feierten die kleinen Paderborner beim 5:3-Coup in Köln Karneval im September, am Sonntag erlitt die zweite große Nummer im Fußball-Unterhaus einen Schiffbruch für die Geschichtsbücher. Mit 0:5 ging der Hamburger SV gegen Jahn Regensburg unter. Solche Heimsuchungen kannten die Hanseaten in den vergangenen Jahren nur von den meist ehrabschneidenden Gastspielen des FC Bayern an der Elbe.

Wer im Vorfeld gedacht haben sollte, Köln und HSV würden den direkten Wiederaufstieg quasi im Vorbeigehen wuppen, hat die eigenen Prinzipien unterschätzt, nach denen die 2. Liga funktioniert. Mentalität und die viel beschworenen fußballerischen Grundtugenden kaschieren hier traditionell häufiger die individuellen Unterschiede.