Kommentar

Problemzone der Grünen

Archivartikel

Lange Zeit haben die Grünen im Osten keine Rolle gespielt. Seitdem ihre Themen jedoch in aller Munde sind und viele in der Partei die neuen Bürgerlichen sehen, macht der Erfolg auch vor der früheren Problemzone nicht halt. Die Grünen mischen jetzt kräftig mit in den jüngeren Bundesländern.

Entsprechend selbstbewusst treten inzwischen die beiden Parteivorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock dort auf. Sie wollen regieren, und sie stellen dafür bereits Bedingungen. Das ist nicht weltfremd. Sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen wird es laut aktueller Umfragen ohne die Grünen wohl keine neue Regierung geben können, wenn man die AfD außen vor lassen will. Und das wollen alle. Die Grünen als Garant gegen einen Rechtsruck. So gefällt sich die Partei. Man kann aber auch sagen: Ohne die Stärke der Rechten gebe es für sie wohl nicht den Zulauf im Osten. Zur Wahrheit gehört überdies, dass grüne Politik ebenfalls polarisiert. Angefangen bei den Maßnahmen für den Klimaschutz über die Haltung pro Wolf bis hin zum beschleunigten Ausstieg aus der Kohle.

Speziell in Sachsen käme eine Kooperation mit der Union einer kleinen Revolution gleich, denn nirgendwo sonst sind sich die beiden Parteien so fremd wie im Freistaat. Weil die sächsische CDU besonders konservativ ist. Dagegen wäre Schwarz-Grün im Bund wohl eine leichte Übung.

Überheblich klingt es freilich, wenn Parteichef Habeck behauptet, eine Stimme für seine Partei zwinge die CDU zur Weltoffenheit und Liberalität. Auch die Grünen müssen am Ende Kompromisse eingehen, die wehtun, wenn tatsächlich ohne AfD regiert werden soll. Der Osten könnte dann schnell wieder zur Problemzone der Partei werden.

 
Zum Thema