Kommentar

Quadratur des Kreises

Alexander Müller zur Situation beim 1. FC Nürnberg

Nur ein echtes „Debberla“ konnte davon ausgehen, dass der Klassenerhalt für den 1. FC Nürnberg eine realistische Zielsetzung sein würde – das ist der fränkische Ausdruck für einen naiven, dümmlichen Menschen. Der Aufsteiger versucht in dieser Bundesliga-Saison eine Quadratur das Kreises: Der klamme „Club“ will sich wirtschaftlich sanieren und gleichzeitig mit einer ungenügend zusammengestellten Mannschaft im Konzert der Großen konkurrenzfähig sein. Dass ein solcher Ansatz nur schwer funktionieren kann, erklärt sich von selbst.

Daran wird auch die jüngste Entwicklung, bei der nacheinander Sportvorstand Andreas Bornemann und Trainer Michael Köllner vor die Tür gesetzt wurden, nichts Elementares ändern. Sicher, nach 15 Partien ohne Sieg und Horror-Auftritten wie den im Pokal beim HSV hatte das Duo oberflächlich gesehen keine Argumente mehr auf seiner Seite. Aber wenn Nürnberg mit seinen Rahmenbedingungen überhaupt eine Chance haben will, sich mittelfristig wieder in der Bundesliga zu etablieren, ginge dies nur mit einer Mischung aus dem Freiburger und dem Mainzer Weg. Sprich: ein klarer Fokus auf die Jugendarbeit, clevere Transfers mit Perspektive – vor allem aber Kontinuität auf der sportlichen Führungsebene, inklusive Standhaftigkeit in der Krise.