Kommentar

Rabatt mit Rendite

Archivartikel

Wenn es um die Ansiedlung wichtiger Betriebe geht, sind Vergünstigungen für die Investoren in den meisten Ländern üblich. Auch innerhalb der Grenzen konkurrieren Regionen um den Bau von Fabriken oder den Umzug von Unternehmenszentralen. Insofern ist der Lärm um den Kaufpreis für mehrere Hundert Hektar Wald in Brandenburg durch den Autobauer Tesla viel zu laut, auch wenn der erste Impuls Empörung ist. Mit rund 41 Millionen Euro kostet der Grund für die geplante Autofabrik nur ein Drittel dessen, was für benachbarte Gewerbeimmobilien verlangt wird. Doch die Preise lassen sich nicht vergleichen.

Tesla kauft ein unerschlossenes Forstgebiet, nebenan handelt es sich um voll mit Strom, Wasser und anderem erschlossene Flächen. Außerdem wird der Preis erst festgeschrieben, wenn ein Wertgutachten vorliegt. Dennoch wird am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit ein satter Nachlass auf den Marktwert im Vertrag stehen. Dieser Rabatt kann sich am Ende als höchst lukrativ erweisen.

Allein die Gewerbesteuereinnahmen aus der geplanten Produktion von 500 000 Fahrzeugen im Jahr spielen den Verzicht auf Einnahmen aus dem Grundstückverkauf schnell wieder ein. Dazu kommen die Einnahmen an Steuern und Sozialabgaben aus den in Grünheide entstehenden neuen Jobs. Unter dem Strich wird sich diese Art der Unternehmensförderung für die Gesellschaft lohnen. Nicht zu vergessen ist, dass auch die deutsche Autoindustrie mit hohen Summen gefördert wird. Beispiele sind die Erforschung neuer Antriebe oder der Aufbau von Ladestationen mit deren E-Mobile.

 
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