Kommentar

Radverkehr in Mannheim: Zeit für die Umsetzung

Archivartikel

Darüber, dass der Platz auf unseren Straßen neu verteilt werden muss, wurde lange geredet. Nun ist die Zeit gekommen, diese Neuverteilung auch umzusetzen. Hört sich vielleicht etwas pathetisch an, ist aber ganz praktisch gemeint. Und bedeutet nichts anderes, als die Innenstädte auch an veränderte Lebensgewohnheiten ihrer Bewohner und Besucher anzupassen. Und wenn wir schon bei der Praxis sind: An den Autofahrbahnen muss dabei logischerweise das abgezwackt werden, was an Flächen für zusätzliche Radwege oder breitere Bürgersteige benötigt wird.

Dass man dabei keine Radikallösungen will, sondern durchaus die Belange aller Beteiligter im Blick hat, demonstrieren die Grünen gerade eindrucksvoll: Eine Fahrradzone, wie sie in der Neckarstadt beantragt – und in Ansätzen übrigens auch in Neckarau angedacht – wurde, bremst den Autoverkehr zwar bis zu einem gewissen Grad aus, macht ihn aber nicht unmöglich. Anwohner, Einzelhandelskunden und -Lieferanten können weiter fahren, wenn auch langsamer und im Rang erst nach den Fahrrädern.

Apropos langsamer: Gleiches gilt natürlich für den Vorschlag, in der Dalbergstraße nachts per Tempolimit für Ruhe zu sorgen. Wer dort unbedingt durchfahren muss, kann dies weiter tun, aber eben mit Rücksicht auf diejenigen, die dort wohnen und in der Nacht auch mal schlafen wollen.

Zum Thema