Kommentar

Rainpolding und Oberfog

Es ist doch überall das Gleiche: Übers Wetter lässt sich trefflich diskutieren. Ist es warm, stöhnen schnell alle über die Hitze. Herrschen Minusgrade, jammert ein Jeder über die Saukälte. Ist es trocken, beklagen nicht nur alle Gartenfreunde die fehlende Feuchtigkeit. Leistungssportler sind da anders. Zumindest ein bisschen. Nehmen wir die Biathleten. Sie haben ja auch keine Wahl, müssen ohnehin bei Wind und Wetter laufen und schießen. Ist zwar kein Spaß, sich im dünnen Rennanzug auf völlig durchnässte Schießmatten zu legen, aber für Weltcuppunkte müssen Männer wie Frauen schon mal leiden. Trotzdem haben auch sie Orte, die sie mehr oder weniger mögen. Hier die Top drei mit dem Spitznamen-Ranking der Sportler:

Bronze geht an Hochfilzen. Der kleine Ort in Tirol liegt auf 1000 Meter und gilt selbst im Dezember als sicheres Schneeloch. Logische Konsequenz: Die Skijäger haben das Dorf „Snowfilzen“ getauft.

Auf Position zwei liegt Ruhpolding. Die Gemeinde im Chiemgau ist beliebt, da gastfreundlich und bayrisch-gemütlich. Aufgrund der meteorologischen Erfahrungen nennen die Biathleten sie allerdings „Rainpolding“.

Unangefochtener Spitzenreiter in der Namensliste aber ist Oberhof. Etwa 800 Meter hoch im Thüringer Wald gelegen. Und alles andere als vom Wettergott begünstigt. Besonders signifikant ist die dichte Nebelsuppe. Das weiß auch Ex-Weltklasse-Biathlet Jörn Wollschläger, inzwischen Cheftrainer der Schweizer Männer. Er verrät das Synonym für den traditionell ersten Weltcup-Ort im Neuen Jahr: „Oberfog“. Volltreffer! Dem ist nichts hinzuzufügen.

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