Kommentar

Raus aus der Sackgasse

Jan Kotulla zur Zukunft des Deutschen Tourenwagen Masters

Der Druck auf die Verantwortlichen wächst. Nach dem Ausstieg von Mercedes vor einem Jahr hat das Team von DTM-Boss Gerhard Berger zwar bewundernswert schnell mit den Aston Martins von R-Motorsport Ersatz gefunden. Doch an der Dominanz von Audi konnten weder der Schweizer Rennstall noch BMW wirklich kratzen. Das ist auf Dauer gefährlich. Denn wenn die Rennen vorhersagbar sind, schauen sich die Fans nach anderen Möglichkeiten um. Die Formel 1 hat, zumindest in Deutschland, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Vielleicht steckt insofern ein Stück weit Absicht dahinter, dass es in diesem und auch im nächsten Jahr zu Terminkollisionen zwischen der DTM und der ADAC GT Masters kommt. Falls dies der Fall ist, sollten alle Beteiligten schnell aus dieser Sackgasse herausfinden. Diese Kannibalisierung kennt nur Verlierer.

Viel sinnvoller wäre es, die bereits seit Jahren versprochene Annäherung zur japanischen Super-GT-Serie voranzutreiben. Noch, das hat das Finale in Hockenheim gezeigt, liegt man trotz ähnlicher Technik weit auseinander. An diesen Stellschrauben gilt es aber zügig zu drehen, um das Produkt DTM wieder attraktiver zu machen. Ein Fehler sollte aber nicht erneut begangen werden – eine ausufernde Expansion. Das ging bereits 1997 schief. Nächstes Jahr wird in Russland gefahren. Ob dieser Standort langfristig funktioniert, muss sich erst noch zeigen.