Kommentar

Rebics Reise

Archivartikel

Alexander Müller zum Personaltausch bei der Eintracht

Der Roman „Modeste“ des deutschen Schriftstellers Johannes Richard zur Megede aus dem Jahr 1907 ist nur Literaturexperten ein Begriff. Allerdings ist dort zum ersten Mal der geflügelte Ausdruck verbürgt, den enttäuschte Fußball-Fans ihren Stars nachrufen, wenn die den Verein verlassen: „Reisende soll man nicht aufhalten.“

Eintracht Frankfurt hat den reisewilligen Ante Rebic nach wochenlanger Hängepartie doch noch ziehen lassen. Das ist eine folgerichtige Entscheidung der Hessen, denn der kroatische Vizeweltmeister – das war bei seinen wechselhaften und teils lustlosen Auftritten zum Saisonbeginn unübersehbar – wollte unbedingt weg. Dass sein Ziel mit dem AC Mailand ein Club ist, der zwar einen größeren Namen hat, aber im Gegensatz zur Eintracht aufgrund eines Ausschlusses nicht im Europapokal antreten darf, muss Rebic mit sich und seinen Beratern ausmachen.

Es kann den Frankfurtern aber auch egal sein. Sie bekommen für Rebic mit dem Portugiesen André Silva einen hochkarätigen Ersatz, der auf Anhieb funktionieren dürfte. Und dem es nicht an der nötigen Motivation mangeln dürfte, seine zuletzt ein wenig stagnierende Karriere bei der Eintracht wieder in Fahrt zu bringen. Ähnlich wie es Rebic geschafft hat, nachdem sein erstes Italien-Abenteuer beim AC Florenz scheiterte.

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