Kommentar

Reden im Rat

Archivartikel

Dirk Lübke über die „Einlull-Taktik“ der MWSP

Weiter ausblenden will die städtische MWSP die wirklich offenen Fragen zu Turley. Das sind die schlechte Vertragsgestaltung, die 30 Millionen Euro schweren Gewinne beim Weiterverkauf der Baufelder 4 und 5, Fragen zu Schwierigkeiten auch auf Sullivan. Sie will taktieren, vernebeln und einlullen. Anders lassen sich die dem „MM“ vorliegenden internen Mails nicht deuten. Denn daraus geht hervor, dass die städtische Gesellschaft jetzt intern eine von Taktik geprägte Kommunikationsstrategie diskutiert – und dabei vor allem die für die MWSP unangenehmen Nachfragen des „MM“ ausbremsen will. Dabei macht diese Zeitung nur das, wofür sie da ist und was ihr demokratisch verankerter Auftrag ist: Sie stellt Öffentlichkeit her über gravierende Veränderungen in einem Konversionsvorzeigeprojekt, die die öffentliche Einrichtung MWSP sechs Monate unter dem Deckel hielt und die erst durch „MM“-Berichte ab 2. März bekannt wurden.

MWSP-Geschäftsführer Judt will jetzt vom „MM“ gestellte Fragen erstmal mit anderen Zeitungen außerhalb Mannheims erörtern. Der Mann tut wirklich viel, um aus keiner Kommunikationsstrategie eine desaströse werden zu lassen.

Es bleibt bei der schon vor kurzem hier erhobenen Forderung: Die MWSP-Spitze muss sich allen Fragen der gewählten Volksvertreter im nächsten Mannheimer Gemeinderat am 9. April stellen.

Denn es ist und bleibt eine öffentliche Angelegenheit, wenn im Galopp das Zugpferd – der hochgelobte, von der MWSP akquirierte Investor Tom Bock – die Zügel aus der Hand gibt und neue Finanziers aus dem Steuerparadies Malta einsteigen, die als Gründer des Sportwettenanbieters Tipico reich wurden. Die MWSP ist eine städtische Tochtergesellschaft. Sie gehört also uns allen und ist uns allen verpflichtet – mit klarer, ausführlicher, öffentlicher Information und Kommunikation.

Zum Thema