Kommentar

Richtige Entscheidung

Stefan M. Dettlinger zum empfohlenen Ende des Spuhler-Vertrags

Nun also doch. Gut vier Monate nach den ersten Horrormeldungen aus Karlsruhe über ein angeblich „toxisches Arbeitsklima“, so ein Offener Brief des Personalrats, scheint die Ära Peter Spuhler am Badischen Staatstheater zu Ende zu gehen. Von „Kontrollzwang, beständigem Misstrauen, cholerischen Ausfällen“ Spuhlers war die Rede, hinzu kamen Rechtsstreitigkeiten mit seinem Team, Untreue und der Vorwurf der Vergewaltigung gegen einen Mitarbeiter.

Lange halten so etwas ein Mensch und auch eine Institution nicht aus. Wer Spuhler aus seiner Zeit als Heidelberger Intendant kennt, kann sich all das nur schwer vorstellen. Spuhler war sicher hyperaktiv und forderte Ähnliches vielleicht von seiner Entourage; nicht umsonst kursierte schon das Verb „spuhlern“ als omnipräsentes Handeln an allen Fronten. Aber sollte dieser smarte und nette Mann tatsächlich auch die ihm vorgeworfenen Seiten haben und autokratisch werden können?

Offenbar hat nun auch die Landesregierung und Karlsruhes Oberbürgermeister und Ex-Mannheimer Frank Mentrup eingesehen, dass das so sein muss. Endlich! Denn ein Haus wie das Badische Staatstheater muss in diesen schwierigen Zeiten mit Corona und der auch dort anstehenden Sanierung reibungslos kommunizieren und handeln. Dass dies seit Monaten nicht mehr möglich ist, kann niemand bezweifeln. Da ist die Empfehlung an den Verwaltungsrat, Ende November die Reißleine zu ziehen, richtig. Nur so können auch Spuhlers Verdienste überleben.

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