Kommentar

Richtiger Schritt

Michael Schwarz zu Eisenmanns Qualitätsoffensive

Was zunächst als etwas langweiliges Verwaltungsthema wahrgenommen werden könnte, ist jedoch für die Zukunft der baden-württembergischen Schulen sehr wichtig: Würde der Umbau der Schulverwaltung schon zeitnah für eine bessere Qualität an den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen im Südwesten sorgen, wäre dies für Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ein politischer Erfolg.

Dazu muss Eisenmann bei der Reform jedoch die Mitarbeiter der Kultusverwaltung mitziehen. Und diese sind nicht unbedingt für ihre große Veränderungsbereitschaft bekannt. Das Motto: Was über viele Jahre gut funktioniert hat, muss ja nicht geändert werden.

Große Verunsicherung

Leider gehört zur Wahrheit, dass die Bildungspolitik in Baden-Württemberg schon seit vielen Jahren nicht mehr richtig funktioniert. Von früheren Spitzenpositionen ist der Südwesten inzwischen meilenweit entfernt. Über Jahre wurden ideologische Debatten geführt – unter anderem unter dem Stichwort Gemeinschaftsschule. Dies sorgte für eine große Verunsicherung, sowohl bei Eltern als auch bei Pädagogen.

Parallel dazu rutschte Baden-Württemberg in den Bildungsvergleichen mit anderen Bundesländern immer weiter ab. Diesen freien Fall gilt es nun zu stoppen. Kultusministerin Eisenmann kann sich immerhin auf die Fahne schreiben, dass sie seit ihrer Amtsübernahme 2016 wieder für mehr Ruhe an den Schulen gesorgt hat.

Mit dem Umbau der Schulverwaltung nimmt sie nun richtigerweise die Unterrichtsqualität in den Fokus. Probleme herausfiltern, systematische wissenschaftliche Kontrolle, Lehrer gezielt fortbilden, Zuständigkeiten bündeln – damit soll die Qualität an den Schulen gesteigert werden. Die Herausforderungen sind groß.