Kommentar

Richtung Neuaufbau

Archivartikel

Sibylle Dornseiff zur Zukunft des Maimarkt-Turniers

Das Maimarkt-Turnier wird immer internationaler. Bei der 55. Auflage der Mannheimer Pferdewoche nutzten Olympia- und WM-Reiter aus 26 Nationen die Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaften im August in den USA vorzubereiten. Erstmals vertreten: Libanon, Puerto Rico und Südkorea. Sie alle profitierten von den weltweit geschätzten perfekten Bedingungen im MVV-Stadion und lieben die familiäre Atmosphäre sowie die kurzen Wege. Dieses Rundum-Paket lockt auch viele deutsche Reiter und Reiterinnen jedes Jahr wieder nach Mannheim. Doch während 2018 in der Dressur die Topleute am Start waren, machten sie sich im Springreiten rar.

Was aber keine generelle Absage an das Maimarkt-Turnier bedeutet, sondern nur die Situation im Lager der Springer spiegelt: Zu wenig Spitzenpferde, weil die guten zu schnell für viel Geld ins Ausland verkauft werden. Und zu viel lukrative Turnier-Konkurrenz in der immens hoch dotierten Global-Tour und Global-Champions-Tour. „Die Gelder, die dort gezahlt werden, könnten uns spalten“, warnt Organisationschef Peter Hofmann, selbst Springreiter und in der Nationalen Reiterlichen Vereinigung für den Spitzensport zuständig, vor großer Gefahr.

Nicht jedoch für „sein“ Maimarkt-Turnier. Hofmann weiß, dass er mit anderen Dingen punkten kann, als mit Geld. Unter anderem damit, dass das MVV-Stadion – wie in der Dressur geschehen – mehr und mehr zur Bühne wird, auf der Nachwuchs und Reiter aus der zweiten Reihe im Vergleich mit internationaler Top-Elite ihren Durchbruch erleben. Und das wäre nicht nur ein weiterer Baustein im Rundumpaket, sondern auch ein Schritt in Richtung Neuaufbau. Die volle Unterstützung von Bundestrainer Otto Becker hat er.

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