Kommentar

Riskantes Spiel

Jürgen Berger zur Situation von RB Leipzig

Leipzigs Geldgeber Dietrich Mateschitz hat klare Vorstellungen, wie die Zukunft des Fußball-Bundesligisten aussehen soll. RB kennt die Vorgabe, sich Schritt für Schritt dem deutschen Branchenprimus FC Bayern München anzunähern – und diesen schnellstmöglich sogar einzuholen. Von daher ist die Entscheidung von Ralf Rangnick, bis zum Einstieg von Julian Nagelsmann das Traineramt zu übernehmen, naheliegend. Der ehrgeizige Rangnick traut schlichtweg keinem anderen Kandidaten zu, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Damit geht der Schwabe allerdings ein hohes Risiko ein. Egal, wie professionell der Trainerstab ihn als Chefcoach unterstützen und Arbeit abnehmen wird, bleibt der frühere Hoffenheimer Trainer doch die Instanz, die alle Entscheidungen absegnen muss. Das ist eine Mammutaufgabe, die Rangnick alles abverlangen wird.

Der 60-Jährige, der seinen Vertrag bei Schalke Vertrag 2011 wegen eines Burnout-Syndroms auflöste, muss das Leipziger Brause-Projekt nach dem großen Umbruch im Sommer neu justieren. Mit Trainer Ralph Hasenhüttl und Taktgeber Naby Keita haben zwei prägende Figuren dem Club verlassen, außerdem gibt es mit Schwedens WM-Spieler Emil Forsberg einen unzufriedenen Star, der schon länger offen über einen Abgang nachdenkt.

Gleichzeitig haben die Leipziger Probleme, ihren Kader zu verstärken. So hat der FC Everton auch das zweite Angebot für Leihspieler Ademola Lookman abgelehnt. Der Druck auf Rangnick wird weiter zunehmen. Schließlich bleibt es seine Hauptaufgabe, Nagelsmann im nächsten Sommer eine hochkarätige Mannschaft an die Hand zu geben.

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