Kommentar

Rückkehr zum Drehgestell

Mit der Entscheidung, nach rund dreißig Jahren wieder Straßenbahnen mit Drehgestell-Achsen aufs Gleis zu bringen, verabschieden sich die Verkehrsbetriebe aus einem bahntechnischen Experiment, das seinerzeit als Zukunftstechnologie gepriesen worden war. Die GTN-Züge, die Anfang der 1990er Jahre als moderne, durchgehende Niederflurgespanne von Düwag/ABB angeschafft worden waren, haben sich als dauerhafte Lösung nicht bewährt. Deren kurze, mit starren Achsen versehenen Zugelemente haben einfach einen zu hohen Verschleiß an den Schienen und an den Rädern verursacht – eine Kritik, die bei der Inbetriebnahme damals von Eisenbahnern bereits geäußert worden war.

Jetzt also wieder Drehgestell-Züge. Ob diese Fahrzeuge später völlig geräuschlos durch die Kurven gleiten werden, sei einmal dahingestellt. Die Erwartung, dass die RNT-2020-Bahn aufgrund der flexibleren Konstruktion wesentlich laufruhiger unterwegs sein wird, ist aber durchaus berechtigt. Der Nachteil für mobilitätseingeschränkte Passagiere: Über den Achsen ist der Boden um zwei Stufen höher als an den Türen. Man kann nicht mehr ohne diesen Höhenunterschied zu überwinden, durch den ganzen Zug hindurch gehen oder rollen. Bleibt abzuwarten, was die Interessensverbände dazu sagen.

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