Kommentar

Rüsselsheimer Gerangel

Archivartikel

Rolf Obertreis zur Lage beim Autohersteller Opel

BMW, Mercedes, Volkswagen – fast Monat für Monat melden die großen deutschen Autokonzerne neue Auslieferungsrekorde. Und Opel? Etliche neue Modelle preist das Unternehmen an. Das Interesse sei hoch, angeblich gehen Tausende von Bestellungen ein. An den Zulassungszahlen in Deutschland ist dieser Trend freilich nicht abzulesen – im Gegenteil. Sie zeigen massiv nach unten.

Der Automarkt in Deutschland läuft trotz Diesel-Debatte durchaus rund. Das Umfeld stimmt also. Und trotzdem kommt Opel kaum vom Fleck. Das liegt auch daran, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Angebot fehlen. Gut ein halbes Jahr nach der Übernahme durch PSA Peugeot werden nur langsam erste (Spar-) Erfolge sichtbar. Aber immer noch ist Opel mit seinen deutschen Werken zu teuer, sind die Kosten zu hoch. Das räumt Opel-Chef Michael Lohscheller offen ein. Und müht sich mit Betriebsrat und IG Metall um Fortschritte.

Das geht jetzt schon seit Jahren so: Opel fährt satte Verluste ein, man verhandelt über Sparprogramme, hier und dort wird ein Werk geschlossen, man einigt sich auf angeblich wegweisende Zukunftspläne. Und doch geht die Talfahrt weiter. Sollten jetzt keine Schritte hin zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität folgen, werden drastische Einschnitte kaum mehr zu vermeiden sein. PSA-Chef Tavares wird sich das Gerangel nicht endlos anschauen.