Kommentar

Sanierung zeigt Wirkung

Archivartikel

Rolf Obertreis über die schwarzen Zahlen bei Opel

Endlich gute Nachrichten aus Rüsselsheim und Paris: Opel schreibt schwarze Zahlen. Noch nicht nach Steuern und Zinsen. Aber im reinen Autogeschäft ist der seit fast zwei Jahrzehnten gebeutelte Autobauer dabei, die Kurve zu kriegen. Die Sanierung zeigt Wirkung, die Beschäftigen können langsam aufatmen. 500 Millionen Euro Gewinn sind zwar nicht die volle Wahrheit, weil im ersten Halbjahr gut 470 Millionen Euro für Sanierung und Abfindungen aufgewendet werden mussten. Doch Opel scheint auf dem richtigen Weg.

Aber: PSA und Opel geben keinen vollen Einblick in die Entwicklung des Unternehmens. Vergleichszahlen zum Vorjahr für Umsatz und Absatz fehlen. Ob Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall wieder mehr Autos verkauft haben, ist ebenso unklar wie der Aspekt, ob mit dem Verkauf pro Modell wieder Geld verdient wird. Nach Angaben des europäischen Automobilverbandes sind die Neuzulassungen von Opel und Vauxhall im ersten Halbjahr um rund sechs Prozent geschrumpft. Auch in Deutschland wurden rund 7,5 Prozent weniger Opel-Modelle neu zugelassen. Die Marktanteile sinken.

Dies zeigt, dass noch erhebliche Anstrengungen notwendig sind. Dazu gehört vor allem, alle Opel-Modelle auf gemeinsamer Basis und Technologie mit den PSA-Marken Peugeot und Citroën zu bauen. Das wird zu weiteren Kostensenkungen im Einkauf und in der Produktion führen. Vorher allerdings muss PSA die Zukunft des Opel-Entwicklungszentrums klären. Das ist bald nicht mehr ausgelastet. Bis zu 4000 Beschäftigte dürfte das treffen. Das wird erneut für erhebliche Unruhe sorgen. Die Frage sollte einvernehmlich mit dem Betriebsrat geklärt werden, gerade weil das Unternehmen auf einem überraschend guten Weg zu sein scheint.