Kommentar

Schlechter Termin

Archivartikel

Steffen Mack über das Montagspiel Waldhof gegen 1860 München

Manche Menschen machen sich über Fußball-Termine sehr viele Gedanken. In Düsseldorf werden dafür einige sogar bezahlt. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze stellt sicher, dass sich die Wege verfeindeter Fans möglichst wenig kreuzen. So die reine Lehre. Als es um die Drittligapartie Waldhof gegen 1860 München ging, waren die Zuständigen ja vielleicht im Geist beim Mitarbeiterfest mit Altbier-Polonaise. Anders lässt sich die Ansetzung an diesem Montagabend jedenfalls kaum erklären.

Wegen einiger Vorfälle aus der Vergangenheit gilt diese Partie ohnehin als Hochrisikospiel. Und ein solches ist für die Polizei am Abend schwieriger: einsetzende Dämmerung, steigende Rauschzustände. Noch dazu pflegen die 1860er – das müsste man in Düsseldorf eigentlich wissen – ausgerechnet mit dem Waldhöfer Erzrivalen Kaiserslautern eine Fan-Freundschaft. Da das Spiel der Pfälzer bereits am Samstag war, haben nun sicher viele Zeit.

Allerdings ist der Montagabend aus einem anderen Grund – An- und Abreise am Werktag – auch bei Fans verhasst. Aus Protest wollen die Münchner ganz in Weiß kommen und die Waldhof-Anhänger auf der Otto-Siffling-Tribüne die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden (analog zur Vereinsgründung 1907) auf lautstarke Unterstützung verzichten. Hoffentlich hält sie der gemeinsame Ärger über den DFB auch von dummen Gedanken ab.

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