Kommentar

Schlupflöcher stopfen

Finn Mayer-Kuckuk begrüßt die gestärkten Fluggastrechte

Regelwerke wie die EU-Fluggastrichtlinie sollen die Anbieter zwingen, besser zu werden. Wer seine Kunden ungestraft sitzenlassen kann, wird das im Sinne von Kostenersparnissen auch tun. Hauptsache, er kann den billigsten Preis anbieten. Wenn dagegen die ganze Branche gezwungen ist, halbwegs akzeptable Dienste anzubieten, dann steigt das Gesamtniveau.

Die Fluglinien bauen dann etwa mehr Puffer in den Plan ein, lassen die Maschinen vorausschauend warten und halten mehr Ersatzflugzeuge und -personal bereit. Vor allem überbuchen sie die Flieger nicht so gnadenlos. Wenn die Entschädigung das Mehrfache des Ticketpreises kostet, dann kommt sie ein frei bleibender Platz plötzlich günstiger. Deshalb ist es wichtig, dass die Justiz die gängigen Schlupflöcher stopft.

Jede Verspätung hat irgendeinen Grund – doch der darf so wenig wie möglich zählen, um sich vor der Entschädigung zu drücken. Schließlich geht es darum, einen Anreiz für die Vermeidung von Verspätungsursachen zu setzen. Ebenso gerechtfertigt ist es jedoch, dann Ausnahmen zuzulassen, wenn die Airline wirklich nichts hätte tun können, um einen Flugausfall zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise Aschewolken aus Vulkanen oder ein Versagen der Flughafencomputer. Dann sollten auch die Passagiere Nachsicht üben.

 
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